Neuraltherapie

Die Neuraltherapie ist ein traditionell Verfahren aus dem Bereich der Komplementärmedizin. Durch Injektion (Spritzen) eines Lokalanästhetikums (Mittel zur örtlichen Betäubung) an definierte Körperpunkte wird das vegetative Nervensystem (Nervensystem, das ohne bewusste Beeinflussung des Gehirns viele Körperfunktionen steuert) beeinflusst und gesteuert.

Behandlungsformen

Bei der Segmenttherapie wird ein Lokalanästhetikum, in der Regel Procain, aber auch Lidocain, Mepivacain oder Prilocain, in Form von Hautquaddeln im Bereich der entsprechenden Störfeldzonen der inneren Organe oder an vegetative Nervenknoten injiziert. Dabei soll die Wirkung über das vegetative Nervensystem im betroffenen Segment vermittelt werden.

Bei „Störfeldern“ handelt es sich um chronische Entzündungszustände, die den Gesamtorganismus „energetisch“ schwächen und Beschwerden in anderen Bereichen des Körpers erzeugen. Die häufigsten Störfelder sich die Rachenmandeln, Nasennebenhöhlen, die Zahn-Kiefer-Region, Schilddrüse und in Narben befinden.

  • Jede chronische Erkrankung kann störfeldbedingt sein.
  • Jede Stelle des Körpers kann zu einem Störfeld werden.
  • Jede Störfelderkrankung ist nur durch Ausschaltung des Störfeldes heilbar.

Gereizte Nervenwurzeln werden, etwa im Bereich der Lendenwirbelsäule, mit einem Lokalanästhetikum infiltriert.

Bei der FNT sind an der Körpervorderseite Punkte definiert, die mit einzelnen inneren Organen „funktionell“ in Verbindung stehen. Bei Erkrankungen dieser Organe sind die jeweils zugeordneten Punkte druckschmerzhaft und als Knoten tastbar.

Durch Injektion eines Lokalanästhetikums in diese Punkte wird die Übermittlung von Schmerzsignalen aus den erkrankten inneren Organen unterbrochen. Bei wiederholter Anwendung wird der Heilungsprozess initiiert.

Das ins Störfeld (= erkranktes Gewebe) gebrachte Lokalanästhetikum repolarisiert und stabilisiert das reizgeschädigte “Zellgrenzmembran-Potential”. Wiederholte Injektionen würden das normale Potential bei etwa 90 mV wiederherstellen und die Zellen “abdichten”. Tatsächlich blockieren Lokalanästhetika die Natriumkanäle der Zellmembran und damit die Depolarisation der Nervenzellen. Sie verhindern damit die Fortleitung von Schmerz- und Empfindungsreizen.

Entwickelt wurde die Neuraltherapie maßgeblich durch die Ärzte Ferdinand und Walter Huneke. 1925 injizierte Ferdinand Huneke einer Patientin, die an chronischer Migräne litt, intravenös Procain (Lokalanästhetikum). Es kam zu einer schlagartigen und langanhaltenden Beschwerdefreiheit.

Danach wurde die therapeutische Anwendung von Procain intensiv erforscht.

Bei Injektion unter die Haut in das „Störfelder“ eines Organs kommt es zur Besserung einer Fehlfunktion dieses Organs.

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